Ayutthaya (voller Name Phra Nakhon Si Ayutthaya, Thai พระนครศรีอยุธยา) ist eine Provinz (Changwat) in der Zentralregion von Thailand. Die Provinzhauptstadt Ayutthaya liegt im Zentrum der Provinz, etwa 70 Kilometer nördlich von der heutigen Hauptstadt Bangkok. Der Name Ayutthaya leitet sich von der Stadt Ayodhya des Ramakien-Epos her.
                 
Ayutthaya liegt inmitten der fruchtbaren Ebene des Maenam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss). Zusammen mit den beiden anderen Flüssen Lopburi und Pasak macht er die Provinz zum Hauptanbaugebiet für Reis.
                 
Geschichte
Ayutthaya war etwa seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Hauptstadt von Siam, bis es im Jahre 1767 von der birmanischen Armee dem Erdboden gleichgemacht wurde. Diese Periode der thailändischen Geschichte wird die Ayutthaya-Periode genannt.
Das Reich von Ayutthaya (1351 bis 1767)
Wat Yai Chai MongkolÜber vier Jahrhunderte lang bestimmte das Königreich Ayutthaya die Geschichte Südostasiens wesentlich mit und wurde in dieser Zeit durch 33 Herrscher geführt. Ramathibodi I. kämpfte zunächst erfolgreich gegen die Khmer, eroberte Angkor und vertrieb den Khmer-König nach Laos. Er ließ nach dem Vorbild von König Ramkhamhaeng ein Gesetzbuch verfassen, das sich als Codex unter Beachtung der Thai-Sitten an hinduistische Quellen anlehnte. Gleichzeitig sorgte er für den Bau von Tempeln und die Einführung des Theravada-Buddhismus, um sich von den hinduistisch beeinflussten Khmer abzugrenzen. In der Folge gelang es den Königen von Ayutthaya, das Reich der Khmer im Jahre 1431 endgültig zu zerstören und die Dynastie von Sukhothai zu beenden, indem ein Prinz von Ayutthaya zum Gouverneur in Phitsanulok (Bisnuloka) gemacht wurde. Lan Na und Ayutthaya befanden sich während der ganzen Zeit im Kriegszustand, wobei ein relatives Kräftegleichgewicht einen Sieg der einen oder anderen Seite verhinderte. Die Verlegung der Hauptstadt von Ayutthaya zum weit nördlich gelegenen Phitsanulok durch König Boroma Trailokanath verrät jedoch, dass man gewillt war, sich der Angriffe von Lan Na zu erwehren. Mit der endgültigen Ablösung der Sukhothai-Dynastie waren die freien und fortschrittlichen Tage der Thai erst einmal vorbei. Die Könige von Ayutthaya sahen sich als unumschränkte Herrscher, die über Leben und Tod ihrer Untertanen bestimmen konnten. Im Jahre 1488 zog der Hof von Phitsanulok wieder zurück nach Ayutthaya. Ramathibodi II. (1491–1529) war der erste Thai-Herrscher, der Kontakt zu den Europäern aufnahm. Er empfing zwischen 1509 und 1516 drei Gesandtschaften aus Portugal, die schließlich Handelsniederlassungen errichten durften. In der Folgezeit verstärkten sich die Rivalitäten zwischen Birma und Ayutthaya. 1549 drangen die Birmanen bis nach Ayutthaya vor, das sie vier Monate vergeblich belagerten. Sieben Jahre später konnte König Bayinnuay Lan Na erobern und Chiang Mai besetzen. Er stieß dann südwärts vor und nahm 1569 Ayutthaya ein. Prinz Naresuan, der lange Jahre als Geisel in Birma festgehalten worden war, widerrief seinen Treueeid und vertrieb die Birmanen durch mehrere glänzend geführte Schlachten. Naresuan wurde König von Ayutthaya (1590 – 25. April 1605). Bei Nong Sarai besiegte er die Birmanen und tötete den birmanischen Kronprinzen in einem Zweikampf. Ein Jahr später eroberte er Tenasserim und Tavoy zurück. Siam war damit wieder in den Grenzen von 1549 vereint. Naresuan verstärkte die Beziehungen zu Portugal und Spanien durch einen Vertrag von 1598 mit König Philipp II., die er mit einer Armee bei Martaban unterstützte. In der Folge konnte Naresuan seinem Machtbereich das Territorium Pegu hinzufügen. Sein Bruder Ekathotsarot (1605–1610) öffnete Siam weiter für die Europäer, ohne sich zu sehr an die eine oder andere Macht anzulehnen. Dies setzte sich unter König Songtham (1610–1630) fort, der Kontakt zu König Jakob I. von England aufnahm. 1630 übernahm ein Usurpator die Macht in Siam: Prinz Prasat Thong setzte sich auf den Thron und regierte 27 Jahre lang mit grausamer Hand. Streitigkeiten mit den Provinzfürsten wurden gewalttätig gelöst und selbst die meisten Mitglieder seiner Familie ließ er hinrichten. Kupferstich von Simon de La Loubère (1642-1729)Unter König Narai (1657–1688), Sohn von Prasat Thong, zeigten sich erste Spannungen mit den europäischen Mächten. Zwar begannen 1662 französische Missionare zunächst optimistisch ihr Werk, doch zwei Jahre später versuchten die Holländer über ihre Ostindien-Kompanie, den Siamesen den Handel mit Tierhäuten aus der Hand zu nehmen. Um 1675 kam Constantine Phaulkon (Konstantin Faulcon) nach Siam, ein griechischer Abenteurer. Er stieg schnell zum Außenhandelsminister (Kanzler) in Ayutthaya auf. 1680 wurde die französische Ostindien-Kompanie gegründet, was dazu führte, dass 1687 französische Truppen in Siam einzogen, um ein Hafenfort zu schützen. Nachdem der König schwer erkrankt war, kam es nach Thronstreitigkeiten zur Ernennung des Prinzen Phetracha (1688–1703) zum König. Er gab der aufkommenden nationalistischen Partei nach, die entschlossen war, den ausländischen Einfluss zurückzudrängen. Constantine Phaulkon wurde hingerichtet und die französischen Truppen wurden vertrieben. In der Folgezeit schottete sich Siam über 130 Jahre gegen die Außenwelt ab. Diese Zeit bildete den Höhepunkt der Literatur Thailands, der königliche Hof wurde Mittelpunkt des literarischen Lebens. Übersetzungen aus dem Sanskrit, dem Khmer, dem Pali und aus dem Javanischen förderten die Ausdruckskraft der Thai-Sprache. Ayutthaya war jetzt die Metropole Südostasiens: eine Million Einwohner drängten sich in der Stadt, 375 Tempel, 94 Stadttore und 29 Festungen zählte das Stadtgebiet. Die Bedrohung durch die Birmanen nahm zu, als dort die Konbaung-Dynastie an die Macht kam und eine Eroberungsstrategie für Südostasien umsetzte. Bereits 1760 wurde Ayutthaya belagert, zunächst vergeblich, doch 1766 kehrte König Hsinbyushin mit einer starken Streitmacht zurück und belagerte Ayutthaya mehr als ein Jahr. Am 7. April 1767 fiel Ayutthaya und eine beispiellose Verheerung der Stadt und seiner Bewohner begann. Was nicht geplündert wurde, wurde dem Erdboden gleichgemacht, Überlebende wurden nach Birma verschleppt. Zahlreiche Schriften und Kunstwerke gingen für immer verloren. Ayutthaya hatte damit als Hauptstadt Siams ausgedient.
                 
Wirtschaft
Im Jahr 2004 betrug das Bruttosozialprodukt der Provinz 278.921 Millionen Baht.
                 
Wappen
Der Legende nach soll König U Thong einst ein wunderschönes, schneeweißes Muschelhorn gefunden haben. Er wählte den Fundort als Gründungsstätte seiner zukünftigen Hauptstadt aus. Er legte sodann das Muschelhorn auf einen Sockel und baute einen Pavillon um ihn herum. Das Wappen zeigt diesen Pavillon mit dem lokalen Baum dahinter. Die lokale Blume der Provinz ist Sesbania aculeata, der lokale Baum die Küstenkordie (Cordia dichotoma).
Der Wahlspruch der Provinz lautet ราชธานีเก่า อู่ข้าวอู่น้ำ เลิศล้ำกานท์กวี คนดีศรีอยุธยา, was frei übersetzt werden kann als
„Die alte Hauptstadt Siams für viele Jahrhunderte,
Der Umschlagplatz für Reis, Nahrung und Wasser für nah und fern,
Die Heimat hervorragender Poeten,
Auf die besten und tapfersten Leute von Ayutthaya können wir vertrauen.“

                 
Verwaltungseinheiten
Die Provinz ist unterteilt in 16 Kreise (Amphoe), 209 Gemeinden (Tambon) und 1328 Dörfer (Muban).
Amphoe Phra Nakhon Si Ayutthaya (อำเภอพระนครศรีอยุธยา)
Amphoe Tha Ruea (อำเภอท่าเรือ)
Amphoe Nakhon Luang (อำเภอนครหลวง)
Amphoe Bang Sai (อำเภอบางไทร)
Amphoe Bang Ban (อำเภอบางบาล)
Amphoe Bang Pa In (อำเภอบางปะอิน)
Amphoe Bang Pahan (อำเภอบางปะหัน)
Amphoe Phak Hai (อำเภอผักไห่)
Amphoe Phachi (อำเภอภาชี)
Amphoe Lat Bua Luang (อำเภอลาดบัวหลวง)
Amphoe Wang Noi (อำเภอวังน้อย)
Amphoe Sena (อำเภอเสนา)
Amphoe Bang Sai (อำเภอบางซ้าย)
Amphoe Uthai (อำเภออุทัย)
Amphoe Maha Rat (อำเภอมหาราช)
Amphoe Ban Phraek (อำเภอบ้านแพรก)

                 
Provinzen Thailand:
Norden:
Chiang Mai - Chiang Rai - Kamphaeng Phet - Lampang - Lamphun - Mae Hong Son - Nakhon Sawan - Nan - Phayao - Phetchabun - Phichit - Phitsanulok - Phrae - Sukhothai - Tak - Uthai Thani - Uttaradit Nordosten: Amnat Charoen - Buriram - Chaiyaphum - Kalasin - Khon Kaen - Loei - Maha Sarakham - Mukdahan - Nakhon Phanom - Nakhon Ratchasima - Nongbua Lamphu - Nong Khai - Roi Et - Sakon Nakhon - Si Saket - Surin - Ubon Ratchathani - Udon Thani - Yasothon Zentral: Ang Thong - Ayutthaya - Bangkok - Chachoengsao - Chainat - Chanthaburi - Chonburi - Kanchanaburi - Lopburi - Nakhon Nayok - Nakhon Pathom - Nonthaburi - Pathum Thani - Phetchaburi - Prachinburi - Prachuap Khiri Khan - Ratchaburi - Rayong - Sa Kaeo - Samut Prakan - Samut Sakhon - Samut Songkhram - Saraburi - Singburi - Suphanburi - Trat Süden: Chumphon - Krabi - Nakhon Si Thammarat - Narathiwat - Pattani - Phangnga - Phatthalung - Phuket - Ranong - Satun - Songkhla - Surat Thani - Trang - Yala
Free counter and web stats
Domainbewertung - Domain www.thai-infos.com bei websitesanalysis.com